Die Entwicklung der Wasserversorgung in Dorfen

Die erste Wasserleitung zur Versorgung der Gemeindebrunnen in Dorfen stammt etwa aus dem Jahr 1450. Aber erst im Jahr 1860 wurde mit den Planungen zur Errichtung einer öffentlichen Wasserversorgung begonnen; und bis zur Jahrhundertwende zog es sich hin, bis die teilweise noch jetzt funktionierenden Wasserleitungen erstellt waren. Eine 1904 gefaßte Quelle im "Schusterholz" sowie eine 1930 gefaßte Quelle im "Schindelholz" bei Herrnberg reichten bis ins Jahr 1955 als Hauptversorgung für Dorfen.

Durch die immer dichter werdende Bebauung und den gestiegenen Pro-Kopf-Verbrauch mußten laufend neue Versorgungsleitungen und Hochbehälter zur Zwischenspeicherung gebaut werden. Ein Notverbund mit dem Wasserzweckverband Erding-Ost wurde erstellt. Nachdem aber auch die Quellschüttungen durch das anhaltende Absinken des Grundwasserspiegels immer mehr nachließen, war die Stadt Dorfen gezwungen, eine neue Brunnenanlage zu erstellen. Oberflächenwasser konnte dazu nicht mehr verwendet werden, da die intensive Landwirtschaft die Verwertung dieses Wassers unmöglich machte.

Die moderne Wasserversorgung Dorfens

Um für die Zukunft den Dorfener Bürgern Trinkwasser in bester Qualität und dazu ausreichend Löschwasser anbieten zu können, ließ die Stadt 1981 nördlich von Kloster Moosen einen neuen Brunnen bohren. Seither stützt sich die Dorfener Wasserversorgung fast ausschließlich auf diese Brunnenanlage, die Grundwasser aus den tertiären Schichten in einer Tiefe von 150 Meter entnimmt. Nur für den Fall von Versorgungsschwierigkeiten ist ein Notverbund mit der Wasserversorgung Erding-Ost eingerichtet. Der bisherige Hochbehälter mit einem Fassungsvermögen von 300 m³ reichte bei weitem nicht mehr aus, die täglich benötigte Trinkwassermenge zu speichern; deshalb mußte trotz knapper Finanzlage der Stadt ein neuer Hochbehälter erstellt werden. Er wurde als moderner Spiralbehälter mit einem Fassungsvermögen von 2.000 m³ im November 1986 fertiggestellt. Damit war ein Konzept für die Wassergewinnung verwirklicht worden, das weit über das Jahr 2000 hinaus reicht, um den Trinkwasserbedarf zu decken. Erfreulich ist in diesem Zusammenhang, daß der Pro-Kopf-Verbrauch an Trinkwasser entgegen früherer Prognosen seit Jahren langsam sinkt.

Am 1. Januar 1987 übertrug die Stadt Dorfen die Wasserversorgung an die Stadtwerke Dorfen GmbH, an der sie alleiniger Gesellschafter ist. Diese trat damit ein karges Erbe an. Durch die Investitionen für Brunnen- und Aufbereitungsanlage sowie für den neuen Hochbehälter waren Millionenbeträge aufgewendet worden; der Schuldendienst hierfür lange Jahre keine Kostendeckung zu. Durch die knappe Finanzlage der Stadt waren dringend notwendige Investitionen im Bereich der Wasserverteilung erst nach der Übergabe an die Stadtwerke begonnen worden. Nach wie vor bleibt es eine Hauptaufgabe, alte Wasserleitungen z. B. im Zuge von Straßenbaumaßnahmen auszuwechseln.

Die Anstrengungen haben sich gelohnt: 1983 betrug die Gesamtförderung noch 603.000 m³, von denen nur 388.000 m³ verkauft werden konnten, da mehr als ein Drittel durch das alte Leitungssystem verloren ging. Bis 1997 konnte die Gesamtförderung auf 470.000 m³ reduziert werden, wobei die verkaufte Menge mit 417.000 m³ trotz deutlich gestiegener Einwohnerzahl im Vergleich zu 1983 lediglich um 7 % anstieg.

Aber nicht nur die Erneuerung alter Versorgungsanlagen haben sich die Stadtwerke Dorfen zur Aufgabe gemacht, auch die Versorgungssicherheit ist ein wichtiges und teueres Anliegen. So soll durch Ring- und Verbindungsleitungen fast jeder Ausfall im 105 Kilometer langen Rohrnetz ausgeglichen werden, damit die Dorfener nicht auf dem Trockenen sitzen.